Wiederherstellung der kardialen Erregungsleitung bei Linksschenkelblock mittels Silbernanodrähten

  • Forschungsbereich:Computermodelle des Herzens
  • Typ:Bachelorarbeit
  • Betreuung:

    M.Sc. Christian Götz

  • Bearbeitung:

    Arian Lösing

  • Motivation
    Der Linksschenkelblock ist eine kardiale Erregungsleitungsstörung, bei der die elektrische Erregung im linken Tawara-Schenkel verzögert oder blockiert wird. Dadurch werden die Herzkammern zeitlich versetzt aktiviert, was die Herzfunktion beeinträchtigen, ein ungünstiges kardiales Remodeling fördern und langfristig zu Herzin- suffizienz, Herzrhythmusstörungen sowie einer erhöhten Sterblichkeit beitragen kann.
    Etwa 1–2% der Allgemeinbevölkerung sind von einem Linksschenkelblock betroffen, wobei die Prävalenz mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt. Die kardiale Resynchronisationstherapie (biventrikuläre Stimulation) kann die elektrische Synchronität bei vielen Patientinnen und Patienten wiederherstellen, jedoch spricht bis zu ein Drittel nicht ausreichend auf die Behandlung an. Zudem ist das Verfahren invasiv und nur für ausgewählte Patientengruppen geeignet. Die Implantation hochleitfähiger Materialien wie Silbernanodrähten in Bereiche mit gestörter Erregungsleitung könnte eine vielversprechende Alternative darstellen. Durch die lokale Wiederherstellung der elektrischen Leitfähigkeit könnte diese weniger invasive und technisch einfachere Intervention die Eingriffsdauer verkürzen und gleichzeitig einem größeren Patientenkollektiv zugute kommen.

    Projekt
    Aufbauend auf ersten Ergebnissen wirst du das Potenzial von Silbernanodrähten zur Behandlung verschiedener Formen des Linksschenkelblocks in unterschiedlichen Gewebekonfigurationen untersuchen. Dabei analysierst du den Einfluss wesentlicher, teilweise unbekannter Parameter wie der Gewebeleitfähigkeit im betroffenen Bereich, Remodeling- oder medikamentenbedingter Veränderungen spezifischer Ionenströme sowie der elek- trophysiologischen Wechselwirkung mit Fibroblasten. Ziel der Arbeit ist es, die Szenarien mit dem größten therapeutischen Nutzen zu identifizieren und daraus optimale Strategien für Platzierung und Leitfähigkeit der Nanodrähte abzuleiten.